Chronik

Diese Rubrik zeigt die Geschichte vom Kreis 10

100 Jahre Schiedsrichter im Kreis 10 Oberhausen/Bottrop

Teil 1

In Oberhausen reichen die Anfänge der Schiedsrichterbewegung bis in das Jahr 1910 zurück. Namen wie Albert Roelnink, Karl Ternieden, Heinrich Bauer und de Backers waren vor dem 1. Weltkrieg in aller Munde. Willi Große-Böhmer, Heinrich Voß und Willi Peters waren die bekanntesten Schiedsrichter nach dem 1. Weltkrieg.

Als am 12.5.1907 der Westdeutsche Spielverband gegründet wurde, kam vom Vorstand die Anordnung, auf örtlicher Ebene Schiedsrichter-Vereinigungen zu bilden. Der Auftakt der Oberhausener SR-Vereinigung fand im Jahre 1921 statt.
Erster Schiedsrichterobmann war der Kamerad Johann Stöckmann. Ein Jahr später übernahm Fritz Scheller die Geschicke und war mit den Kameraden Rademacher und Ehle auch im Bezirks-Schiedsrichter-Ausschuss.
Oberhausen und Osterfeld bildeten eine eigene Gruppe. Sterkrade und Bottrop blieben noch getrennt. Als Obmann fungierten in Sterkrade Fritz Loeven und in Bottrop bis 1922 Hans Otten. Es folgten die Sportkameraden Demel, Scheffzik, Lazar und Götte.
Nach dem Zusammenschluss von Oberhausen und Sterkrade waren als Obmann die Kameraden Heinrich Schneider, Willi Rifel, Erich Mans, Franz Kozlik, Wilhelm Feldhoff, Alfred Scherer und Arthur Hof tätig.

Im Jahre 1934 bekann für die Oberhausener SR-Vereinigung eine neue Epoche. Hermann Lindemann wurde Obmann der SR-Vereinigung, die sich bis in den Raum Bocholt-Rees erstreckte.
In Bottrop war August Demski Obmann. Nach dem 2. Weltkrieg kam Bottrop zum Fußballverband Niederrhein und bildete mit Oberhausen den Kreis Oberhausen/Bottrop.
Dem SR-Ausschuss gehörten damals Bernhard Hoffmann und August Demski als Beisitzer an. 1949 trat für den Kameraden Hoffmann der Kamerad Walter Grimm in den Ausschuss ein. Walter Grimm leitete auch als erster Oberhausener SR in der Oberliga West Spiele und gehörte 50 Jahre der SR-Vereinigung Oberhausen/Bottrop an.
1950 trat Heinrich Schäfer als Obmann an die Stelle von Hermann Lindemann. Aber schon ein Jahr später übernahm Hermann Lindemann wieder den Posten des Kreisschiedsrichterobmanns. Durch seine mustergültigen Belehrungen und die zielbewußte Ausbildung des Nachwuchses gedieh das Ansehen der SR-Vereinigung im immer stärkeren Maße.
Kameraden wie Günter Ternieden, Josef Hense, Willi Rüddel und Hans-Joachim Weyland, die alle als Schiedsrichter in der damaligen Oberliga West amtierten, sind zum Teil durch seine Schule gegangen. Im Jahre 1953 wurde Günter Ternieden - als einer der jüngsten Schiedsrichter - mit der Leitung des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft in Berlin zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfB Stuttgart beauftragt.
Auf dem Kreistag 1955 trat Hermann Lindemann aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der Sportkamerad Theodor Hoffmann (unser jetziges Ehrenmitglied) wurde Kreisschiedsrichterobmann. Beisitzer wurden die Sportkameraden Grimm und Kurz. 1959 trat für Walter Grimm der Sportkamerad Günter Eul dem SR-Ausschuss bei.


Teil 2

In den Jahren 1961-1968 gehörten die Sportkameraden Raimund Grabietz und Walter Grimm, Willi Kremberg, Kurt Wuttke, Franz Fischedick und Rüdiger Wuttke als Beisitzer dem SR-Ausschuss an. In dieser Zeit waren Theo Hoffmann und Günter Eul abwechselnd als Obleute tätig.
1969 schied Rüdiger Wuttke aus, da er zum Technischen Kreisobmann (TKO) in den Fußballausschuss gewählt wurde. Theo Hoffmann übernahm den Posten des Kreislehrwartes.
Vom Jahre 1973 bis 1986 stand die SR-Vereinigung im Kreis 10 unter der bewährten Leitung von Theo Hoffmann als Obmann mit den Beisitzern Horst Gaza und Norbert Molski.
Die monatlichen Belehrungen wurden bis 1976 beim Vereinswirt Alex Köper durchgeführt.
Seitdem finden die SR-Schulungen im Kreisjugendheim in Oberhausen-Osterfeld statt.
Nachdem Günter Ternieden wegen Arbeitsüberlastung vom aktiven Sport Abschied genommen hatte, setzte mit Hans-Joachim Weyland ein weiterer Schiedsrichter des Kreises 10 die Tradition fort.
Er pfiff von Anfang an in der neugegründeten Bundesliga (1963) und war ein Vielgereister in Sachen Fußball und ein gern gesehener Schiedsrichter auf nationalen und internationalen Fußballplätzen.
Der Höhepunkt in der langjährigen Laufbahn war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1974 (Leitung des Spiels Polen-Italien). Willi Rüddel, Schiedsrichter der Regionalliga West trat 1967 vom aktiven Sport zurück und wurde auf dem Bezirkstag 1967 zum Bezirks-Schiedsrichterobmann gewählt.
Mit Wolf-Dieter Ahlenfelder und Rüdiger Wuttke schafften wiederum zwei Oberhausener Schiedsrichter den Sprung auf die DFB-Liste. Wolf-Dieter Ahlenfelder leitete in den Jahren 1975 bis 1988 insgesamt 106 Spiele in der 1. Bundesliga. Der Höhepunkt seiner SR-Laufbahn war für ihn die Verleihung der "goldenen Pfeife" für den besten Schiedsrichter 1983/84 in Deutschland und der Aufstieg zum FIFA-Referee 1984.
Beim ersten internationalen Einsatz hatte er in Polen beim Länderspiel U21 gegen Griechenland mit Rüdiger Wuttke seinen Oberhausener "Spezi" als Linienrichter.
Rüdiger Wuttke schaffte 1983 noch als 43jähriger den Aufstieg in die 1. Bundesliga und leitete 16 Spiele in der "Eliteklasse".
Nachdem Theo Hoffmann 1986 zum Bezirks-Schiedsrichterobmann des Rechten Niederrheins gewählt wurde, als Nachfolger von Willi Rüddel, wählten die SR im Kreis 10 auf einem außerordentlichen Kreis-Schiedsrichtertag Norbert Molski zum neuen Kreis-Schiedsrichterobmann.
Berthold Neumann aus Bottrop war der letzte Schiedsrichter unseres Kreises in der 2. Bundesliga. Er leitete insgesamt 3 Jahre bis 1989 in dieser Klasse und trat dann auf eigenem Wunsch aus dem DFB-Bereich zurück.
Siegfried König (bis 1987) und Manfred Deitmer (bis 1991) waren als SR-Assistenten der 1. und 2. Bundesliga im Einsatz.
Nachdem Norbert Molski 1992 als KSO nicht mehr zur Verfügung stand und sich komplett aus dem SR-Wesen zurückzog, wählten die SR Manfred Wojahn zum neuen Obmann.

Mit Detlef Pyzalla, Jörg Hermsdorf und Udo Szukat kamen drei weitere Kollegen unseres Kreises als SR-Assistenten in der 2. Bundesliga zum Einsatz.
Seit 1995 bekleidet Carlos Prada das Amt des Kreis-Schiedsrichterobmanns.
Im Spieljahr 2001/2002 gelang Nicole Schumacher der Sprung auf die DFB-Liste der Frauen. Von da an leitete sie Spiele der Frauen-Bundesliga. Am 20.05. 2004 wurde sie mit der Spielleitung des DFB-Pokalfinals zwischen Turbine Potsdam und FFC Frankfurt im Berliner Olympiastadion betraut.
Ihrem Bruder Karl-Markus Schumacher gelang zur Saison 2004/2005 der Sprung auf die DFB-Liste.
Zum 01.01.2007 wurde Nicole auf die FIFA-Liste für internationale Spiele berufen.
Noch in bester Erinnerung bei allen Beteiligten ist das SR-Hallenmasters am 20./21.01.2007, das erstmals in unserem Kreisgebiet stattfand.

Auf dem Verbandstag 2007 wurde Theo Hoffmann zum FVN-Ehrenmitglied ernannt. Nach 21 Jahren im Verbandsschiedsrichterausschuss hatte er mit Ablauf der Spielzeit sein Amt zur Verfügung gestellt. Auf Grund seiner Verdienste ist Theo auch Ehrenmitglied der SR-Vereinigung seines Heimatkreises.

Nachdem Nicole Schumacher 2008 als Spielleiterin in die Regionalliga der Herren aufgestiegen war, amtierte sie zusätzlich in der 2. Bundesliga als SR-Assistentin.
Mit Ablauf der Saison schied sie leider auf eigenem Wunsch aus dem SR-Wesen aus.
Karl-Markus wurde neben seinen Einsätzen als SR-Assistent in der 2. Bundesliga in der Spielzeit 2008/2009 Spielleiter der neugeschaffenen 3. Liga. Im Mai 2009 erklärte er seinen Rücktritt.

Für eine kleine SR-Vereinigung - wie es der Kreis 10 nun einmal ist - waren beide Rücktritte (zumal innerhalb eines Jahres) ein schwerer Verlust.

Dem amtierenden Kreisschiedsrichterausschuss gehören folgende SR-Kollegen an: Carlos Prada als Vorsitzender, Bernhard Althoff (seit 1996) und Thomas Drothler (seit 2001) als Beisitzer, Jung-SR-Referent Maximilian Fischedick, sowie Lehrwart Karsten Horstmann (seit 2001).
Von 1995 bis 2000 gehörten folgende Sportkameraden als Beisitzer dem SR-Ausschuss an: Rolf Heller, Fredy Marosevic, Roland Neumann, Dieter Wilms und Carsten Zalesiak.
Die Funktion des Jung-SR-Referenten übten seit 1995 folgende Kollegen aus: Erkan Görgülü, Jörg Grotehusmann, Karsten Horstmann und Hayrettin Urtenur.
Als Lehrwarte waren Jörg Grotehusmann, Detlef Pyzalla und Udo Szukat tätig.

Unser Dank gilt allen Schiedsrichtern unseres Kreises - vom 15jährigen Jung-SR bis zum 79jährigen Spielleiter in der Frauenkreisliga - die durch ihren Einsatz für einen geordneten Spielbetrieb sorgen.